Entstehung, Entwicklung und Bedeutung

des althochdeutschen Vornamens

Bei der Suche nach der Herkunft des Namens findet man im Mitteleruropäischen Raum (immer wieder) 2 Bedeutungen: Altsächsisch: Gebieter; Allthochdeutsch: Bote. Man kann davon ausgehen, dass beide richtig sind, denn beide Bedeutungszuordnungen finden sich im indoeuropäischen Wortstamm "beudh-" wieder, der Vorläufer von "Bodo" ist.

Wie man darauf kommt? Man nimmt sich ein indoeuropäisches Wörterbuch (4500 J.). Dort findet sich findet die Wortsilbe (*beudh-), die u.a. "bieten, gebieten" bedeutet, im germanischen (2800 J.) "biotan" mündet, aus dem sich Bodo (nachweislich 2. Jhd. -> "Bodo, King of Saxony", erwähnt von Ptolemäus) ableitet. Zwischen der germanischen und althochdeutschen Periode kann der Name also evtl. entstanden sein.

 

Bote im 15. Jhd., vom Worte bieten, dass im Ursprung mit "verbieten" und "gebieten" verwandt ist
Bote im 15. Jhd., vom Worte bieten, dass im Ursprung mit "verbieten" und "gebieten" verwandt ist

Bodo im Althochdeutschen

Der Name "Bodo" taucht ( da es vorher in diesem Raum keine Chronisten oder textliche Dokumente gab)zwischen dem Germanischen und dem Altsächsischen auf. Das Wort wird auch ins Althochdeutsche übernommen (so sieht es nach bisherigen Recherchestand aus) und gelangt so über "Mittelhochdeutsch" in unser "Neuhochdeutsch".


Wie alt ist "Bodo"?

Der Name "Bodo" lässt sich ca. 2000 Jahre zurückverfolgen: schon im 1. Jhd gab einen altsächsischen König mit dem Namen Marbod (Quelle: ancestry.org, Familienforschung). Marbod ist für germanische namen ein typisch zusammensetzer Vorname aus Mar (Markt) und Bod(o). Hier bleibt noch zu klären inwieweit Bodo eine Abwandlung oder Koseform des Wortstammes ist.

Hinweise auf die Existenz der deutschen Sprache sind schon wesentlich jüngeren Datums. Erst 786 wird in einem lateinischen Bericht über eine Messe davon gesprochen, dass sie in "theodiscus" (gemeint ist deutsch), der Sprache des Volkes abgehalten wurde.

Informationen über Althochdeutsch

Wer es nicht im Deutschunterricht hatte: So sah althochdeutsch aus. Hier: Ausschnitt eines Textes um 800, der "Wessobrunner Schöpfungsbericht"

Wessobrunner Schöpfungsbericht

"Dat gafregin ih mit firahim firiuuizzo meista · Dat ero ni
uuas noh ufhimil · noh paum noh pereg ni uuas · ni nohheinig

noh sunna ni stein · noh mano ni liuhta · noh der mareo seo ·
Do dar niuuiht ni uuas enteo ni uuenteo · enti do uuas der eino
almahtico cot manno miltisto ·"